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Taufe und Eucharistie

Artikelserie zu 500 Jahre Reformation - Teil 3

„Wir bekennen die eine Taufe“, heißt es im Großen Credo: eine – keine evangelische, orthodoxe… – Taufe. Sie verbindet alle Christ/inn/en. Früher misstrauten manche Kirchen (auch die römisch-katholische) der Taufe anderer; heute aber erkennen die meisten Konfessionen die Taufe gegenseitig an. Säuglinge zu taufen ist wie eine Zusage, die erst angenommen werden muss. Gemeinde, Eltern und Paten tragen Verantwortung dafür, dass die Kinder in den Glauben hineinwachsen und dass sie sich später bewusst entscheiden können.

In der Eucharistie feiern die Christen Tod und Auferstehung Jesu; was Christus damals getan hat, wird jetzt gegenwärtig und wirksam. (Dies meinen die Begriffe „Gedächtnis“ und „Opfer“.) Jesus teilt mit uns Brot und Wein; so schenkt er uns Gemeinschaft (Kommunion!) mit ihm und untereinander. Wie dies geschieht und ob Christus in Brot und Wein auch nach der Feier gegenwärtig bleibt (daran halten die Katholiken fest), darüber vertreten die Kirchen verschiedene Auffassungen. Doch wiegen die Unterschiede so schwer, dass eucharistische Gastfreundschaft unmöglich ist? 

em. Univ-Prof. Dr. Rudolf Pacik
Liturgiewissenschaftler

 

„Kommt herzu, alle, die ihr auf den Namen Christi getauft seid. Klein und Groß, Jung und Alt. Kommt, denn es ist alles bereit. Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist.“ Mit diesen Worten laden wir in der Evangelisch-Lutherischen Kirche zum Abendmahl ein. So wird deutlich, dass alle Getauften eingeladen sind, egal welcher Konfession, da Christus selbst einlädt. Außerdem wird nicht zwischen Kindern und Erwachsenen unterschieden. Nach dem Beschluss der Synode A.B. wird seit dem 1. Advent 2005 in unserer Kirche das kinderoffene Abendmahl gefeiert. In den meisten Kirchen versammelt sich die Gemeinde zum Abendmahl im (Halb-)Kreis um den Altar, um Brot und Wein/Traubensaft zu empfangen. Evangelische Christen glauben, dass Jesus Christus in Brot und Wein gegenwärtig ist („Realpräsenz“), die Substanzen sich aber nicht verändern.

In der Evangelischen Kirche gibt es nur zwei Sakramente: die Taufe und das Abendmahl. Für Martin Luther war es entscheidend, dass diese beiden von Jesus selbst eingesetzt worden sind. Sakramente sind Zeichen, durch die Gott mit den Menschen in Verbindung tritt. Zum biblischen Wort kommt ein sichtbares Zeichen: Wasser bei der Taufe bzw. Brot und Wein beim Abendmahl. Die Gemeinschaft der Glaubenden mit Gott und die Gemeinschaft der Glaubenden untereinander wird sichtbar und spürbar.

Pfarrerin Mag. Melanie Dormann
evangelische Pfarrgemeinde Salzburg Christuskirche

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