... rund um die KHG

Martin Luther und die Bibel

Artikelserie zu 500 Jahre Reformation - Teil 2

"Sola scriptura" – allein die Hl. Schrift war einer von Martin Luthers Grundsätzen. Das in der Bibel überlieferte Wort Gottes war für ihn der Maßstab für alles kirchliche Reden und Handeln sowie für die  Praxis der Glaubenden. Alle Menschen sollten die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Anders als schon vorhandene deutsche Bibeln übersetzte Luther das Neue Testament direkt aus dem griechischen bzw.  hebräischen „Original“, jedoch nicht Wort für Wort, sondern sinngemäß. Dies tat er mit wortgewaltigen und einprägsamen Sprachbildern. So wurde Luthers Bibelübersetzung zum Bestseller und prägte bzw. vereinheitlichte die deutsche Hochsprache. 1522 erschien die Übersetzung des NT, 1534 die ganze Bibel – als Teamarbeit von vielen reformatorischen Theologen. Zum Jubiläumsjahr erscheint nun eine revidierte Fassung der Lutherbibel, die unter dem Motto "Bewahren, Korrigieren, Wiederherstellen" sich wieder der ursprünglichen Lutherübersetzung annähert, aber zugleich die neuesten Erkenntnisse der Bibelwissenschaft einarbeitet. Im Sinne Martin Luthers ist es Aufgabe von uns Christinnen und Christen, in der Bibel zu lesen, über sie ins Gespräch zu kommen und sie ins Zentrum unseres Lebens zu stellen – und das in allen christlichen Kirchen

Dr. Peter Gabriel
evangelischer Pfarrer in Hallein

 

"Der Zugang zur Hl. Schrift muss für die an Christus Glaubenden weit offenstehen" (2. Vat. Konzil).  Als Wort des lebendigen Gottes ist sie die Richtschnur allen kirchlichen Handelns und Zentrum  jedes Gottesdienstes. Die Verantwortlichen der deutschsprachigen katholischen Diözesen brachten daher in den 60er und 70er Jahren eine einheitliche (deshalb der Name "Einheitsübersetzung") und verbindliche Bibelübersetzung für den deutschen Sprachraum auf den Weg. Mittlerweile liegt diese Einheitsübersetzung in einer neu überarbeiteten Version (2016) vor. Auch wenn an dieser Ausgabe evangelische TheologInnen nicht mitgearbeitet haben, ist das Anliegen Luthers, direkt aus den Originalsprachen zu übersetzen, in der Ausgabe von 2016 bestens umgesetzt worden. Dass mittlerweile im deutschen Sprachraum mindestens 20 verschiedene Bibelübersetzungen existieren, ist ein Zeichen der Vielfalt und bereichert jeden an der Bibel interessierten Menschen. Am 3. März wird um 19.00 Uhr die neue Einheits- und Lutherübersetzung im Bildungshaus St. Virgil vorgestellt. Der ökumenische Bibelsonntag am 5. März könnte in vielen Pfarren zum Startpunkt für ökumenische Bibel-Teilen-Gruppen werden. Machen Sie mit! Die Hl. Schrift als der Personalausweis Jesu ist der Weg zur Einheit der Kirche(n).  

Mag. Matthias Hohla
Erzdiözese Salzburg, Referat für Ökumene und interreligiösen Dialog

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